

unser lieber Freund und geschätzter Kollege Gernot Rieger ist am Samstag, den 11. Juli 2009 bei einem Autounfall, am Weg zu seinem Liederabend in Klagenfurt, tödlich verunglückt.
Wir stehen fassungslos vor seinem Tod, der ihn so plötzlich und
unvorhersehbar aus dem Leben gerissen hat. Gernot war mitten in einer Zeit, wo er viele Projekte verwirklicht hat und noch mehr Ideen für die Zukunft hatte. Er war eine verbindende Kraft, ein offener Geist, immer konstruktiv und hat unsere Theatergruppe mit seiner Kreativität zu immer neuen Herausforderungen geführt. Dabei war es ihm wichtig, FreundInnen und KünstlerInnen in unsere kleine Theaterfamilie einzuladen. Wir haben viel gemeinsam gelacht, geweint und immer wieder geträumt. Gernot, wo immer Du bist, wir hoffen, Du bist in Frieden und Liebe.
Im Namen vom Theater ASOU
Uschi, Lissa, Klaus, Monika, Michael und Uschi Mo
Riegers Antworten auf Fragen der Grazer Journalistin Elisabeth Willgruber-Spitz
Kleine Zeitung: Sie sind Schauspieler, Regisseur, Ensemblemitglied vom Theater ASOU und waren auch Nachrichtensprecher beim Soundportal. Inzwischen machen Sie Ihren Sound selber. Was gab den Anstoß zu eigener Musik?
G.R.: Die Musik war in Wirklichkeit immer schon da. Seit ich beim Zivildienst im Jahr 1991 meine ersten 3 Akkorde auf der Gitarre lernte, hab ich Lieder gemacht. Meine Lieder sind seit damals parallel zu meinem übrigen künstlerischen Schaffen entstanden. Sie sind der direkteste Ausdruck meines Lebens und werden auch noch da sein, wenn die meisten Theaterstücke, in denen ich gespielt habe, längst vergessen sind. Haupttriebfeder ist immer der Wunsch, Menschen zu berühren. Wenn mir das auf der Bühne gelingt, ob als Theater- oder Liedermacher, bin ich glücklich. So definiere ich (meinen) „Erfolg“ als Künstler.
Kleine Zeitung: Ihre bitterzarten Texte und Melodien erinnern bisweilen an Leonard Cohen. Gibt es da Bezüge, Vorbilder?
G.R.: Vorbilder gibt es viele, von Cohen, Dylan über Heller, Mey, Wecker, den frühen Fendrich bis hin zu Grönemeyer. Wichtig ist, dass man sich seine Anleihen bei den besten nimmt und dort auch nur bei jenen Liedern, die einen bis ins Mark berühren und die Seele schweben lassen. Wenn du dabei noch dir selbst treu bleibst, entsteht ein Lied, das nur du schreiben kannst.
Kleine Zeitung: Wie kamen Sie zu dem Künstlernamen Schoko Schmooz?
G.R.: Schoko Schmooz ist mein Künstlername bei den Live-Konzerten, die ich in der virtuellen Welt des „SECOND LIFE“ im Internet spiele. Der Name ist Programm, d.h. ich trete im weißen Anzug auf einer Schokoladenbühne auf. Meine Balladen schmelzen wie Süßigkeiten in den Ohren, und wenn mir jemand Trinkgeld in die Box wirft, steigen Schokoherzen zum Himmel. – Tja, wie Sie sehen entspricht Schoko Schmooz meiner schokoladigen corporate identity, soll aber durchaus auch vermitteln, dass ich mich selbst und meine Musik mit einem Augenzwinkern betrachten kann.
Kleine Zeitung: Mit der Süßwarenmanufaktur Zotter als Wirtschaftspartner liegen Sie bei Ihren Liederabenden und Ihrer ersten CD BitterZart auf der Schokoladenseite. Werden Hörgenuss und Naschvergnügen auch im Kombi-Pack vertrieben?
G.R.: Künstler zu sein ist für mich wie ein nie enden wollender Flirt mit dem Leben! So seh ich auch mein Verhältnis zu den Gästen bei meinen Konzerten. Und dazu gehört die einzigartige Freude, während meiner Lieder meine ganz persönliche Zotter-Schokolade auf der Zunge schmelzen zu lassen… Ja definitiv, wer zu mir ins Konzert kommt, kriegt die beste Schoko, die Herr Zotter je kreiert hat!
Das PräsentationsVideo mit Live-Auschnitten
vom "HerzHaft" Konzert" am 18. April 2008
im scherbenkeller in Graz findet Ihr unter:
Ausschnitte aus dem Film "Klassentreffen" auf:
von und mit Gernot Rieger
am Klavier: Henrik Sande
Mehr als 15 Jahre machte sich Gernot Rieger auf die Reise in sein Inneres und wieder zurück, um sein vielfältiges Erleben, die Höhen und Tiefen seiner geschüttelten Seele in Form deutschsprachiger Chansons zum Ausdruck zu bringen. Mit einem Hauch von Melancholie begegnet er den großen Themen des Lebens, vor allem der Liebe, mit bitterzarten Texten und Melodien.
Begleitet wurde er vom norwegischen Musiker Henrik Sande. Dieser hat als gelernter Komponist und mit seiner langjährigen Erfahrung als Bühnenmusiker Riegers Lieder mit großem Einfühlungsvermögen arrangiert. Am Klavier aber auch mit Viola und anderen teils erstaunlichen Instrumenten kreiert er ein klanglich sensibles Ambiente, das die Lieder wie eine gute Schokolade bitterzart auf der Zunge und in den Ohren schmelzen lässt.
Da liegt es nahe, dass mit der weit über die steirischen Landesgrenzen hinaus bekannten Schokoladenmanufaktur Zotter ein kongenialer Partner aus der Wirtschaft gefunden wurde, der das Projekt mit dem Design der Plakate und der Kreation einer eigenen, auch am Liederabend zu verköstigenden, „BitterZart“- Schokolade visuell und geschmacklich abrundet.
Weiteres Schokostück am Rande: Gernot Rieger hatte endlich den Weg ins Tonstudio gefunden. Und so ist auch die CD "BitterZart" erhältlich. Kaufpreis: 15 €
Infos bzw. CD-Bestellung unter:
Gernot Rieger in seiner ersten Film-Hauptrolle!
""Klassentreffen" von Peter Brandstätter.
Ab jetzt als DVD erhältlich!
Photos von der Filmpremiere und nähere Infos unter:
Gernot Rieger
Liedermacher, Schauspieler, Regisseur
geboren 1972 in Klagenfurt (Österreich), war von 1995 bis zu seinem Tod 2009 Mitglied der Grazer Theatergruppe „Theater ASOU“. Als freier Schauspieler arbeitete er unter anderem bei steirischer herbst, Schauspielhaus und Oper Graz. Auf seinem künstlerischen Weg sammelte er außerdem Engagements als Radio-Nachrichtensprecher, Clown, Stelzengeher, Butoh-Tänzer, Feuer-Performer und wurde für Kinofilme, TV-Werbespots und Reality Soaps gecastet.
Seit 2007 präsentiert er sich mit seinen Programmen „BitterZart“ und „HerzHaft“ als Sänger und Songwriter. Unter dem Künstlernamen „Schoko Schmooz“ spielte er regelmäßig Konzerte auf einer Schokoladenbühne in der virtuellen Welt „Second Life“.
Internationale Auftritte führten ihn nach Deutschland, Lateinamerika, Japan, USA, Canada, Rumänien und Ungarn.
Gernot Rieger war langjähriger Obmann der steirischen Berufstheatervertretung „Das andere Theater“.
GERNOT RIEGER
Liedermacher, Schauspieler, Regisseur
Künstlerischer Lebenslauf
Persönliche Daten
geboren am 15.06.1972 geb. in Klagenfurt, Kärnten, Österreich
gestorben am 11.07.2009
Größe: 1,70m Haare: braun Augen: braun Sprachen: Englisch (Franz., Span.)
Führerschein: PKW, Motorrad
Sport: Ballspiele, Ski, Taiji, Akrobatik, Jonglage, Stelzengehen
Stimmlage: Bariton Instrumente: Klavier, Gitarre
Ausbildung
1995-2000 Schauspielausbildung nach Eugenio Barba bei Abel Solares (Guatemala)
1996-98: Sprechtechnikunterricht bei Monika Schmidt (Stuttgart/Graz)
1998 Bühnenreifeprüfung in Wien
2000-02 Gesangsunterricht bei Prof. Klietmann (Hochschule für Musik Graz)
1998-2007: Workshops mit int. Lehrenden wie Catherine Coray, Stephen Wangh (USA), Philip Zarrilli (USA/UK), Walter Pfaff (F/Schweiz), Moe Yamamoto (Japan), Yumiko Yoshioka (J/BRD), Daniel Prieto (F/Peru),Yuri Krasovski (RUS) u.a.
Berufserfahrung
Theater ASOU
1995 - 2009 Ensemblemitglied des „Theater ASOU“, permanentes Theaterlaboratorium, Beteiligung als Schauspieler, Regisseur und Musiker an Eigenproduktionen und performativen Auftragswerken
Vereinigte Bühnen Graz
„Narcissus“ von Gerald Thomas, Uraufführung, Grazer Oper, Regie: Gerald Thomas
„Menschenfabrik“ von Wolfgang Bauer, Uraufführung, steirischer herbst, Schauspielhaus Graz,
Graz Regie: Thomas Thieme
„Skriker“ von Caryl Churchill, deutschsprachige Erstaufführung, steirischer herbst, Schauspielhaus Graz, Regie: Nicolai Sykosch
„Lumpazivagabundus“ von J.N. Nestroy , Schauspielhaus Graz, Regie: Thomas Reichert
„Das Projekt liebt dich“ von Johannes Schrettle, szenische Lesung, Probebühne, Regie : Dieter Boyer, steirischer herbst
Freie Szene
(Auswahl) „terminal paranoid“, Butoh-Performance, Steirische Kulturinitiative
„Ein idealer Gatte“ von Oscar Wilde, Theater Kaleidoskop
„feire fixe“, Feuerperformance, Rahmenprogramm Nordische WM 99 Ramsau
„Die schlechteste Show der Welt“ von Karla Ernst, Festival „Theater für alle“, Bremen
Film und TV
Live-Synchronisation, Kinderfilmfestival 2000,2001, 2004, Graz
Kurzfilmprojekt „film-manic“ unter der Leitung von Barbara Albert (2001)
TV- und Kinowerbespots für WIFI, Wien Energie, T-Mobile, Radio Wien (2001 – 2004)
„Tom Turbo“, ORF (2003)
„Mag. Tanja Guserl”, “Dr. Ehrenberger”, atv+ (2004)
Kurzfilm „Einfach köstlich“ von Herbert Jost & Werner Goger (2005)
Kurzfilm „Das Klassentreffen“ von Peter Brandstätter (2007)
Radio
von Sept 2000 bis Juli 2001 Nachrichtensprecher bei „97,9 fm - Das Soundportal“
Liedermacher
„BitterZart“ – Ein Liederabend von und mit Gernot Rieger (2007)
"HerzHaft"- Eine Lebensreise in Liedern von und mit Gernot Rieger (2008)
HENRIK SANDE
Komponist, Musiker, Korrepetitor
geboren 1968 in Oslo (Norwegen), übersiedelte nach langjährigen Erfahrungen im Chor, mit der eigenen Rockband und ersten Kompositionen im Jahr 1990 aus seiner Heimat nach Österreich, wo er zunächst in einer sozialtherapeutischen Einrichtung tätig war. Danach absolvierte er sein Kompositionsstudium an der Kunstuniversität in Graz bei O.H. Prof. Beat Furrer und O.H. Gerd Kühr.
1999 Diplom mit Auszeichnung, Sponsion zum „Magister der Künste“ und Verleihung des Musikförderungspreis der Stadt Graz . Schon während des Studiums gelingen ihm zahlreiche Aufführungen seiner Kompositionen, u.a. Hamburger Begegnung (1994), Wien Modern (1996) und Nordland Musikfestwoche (Norwegen 1997) samt Rundfunksendungen (ORF, NDR, NRK).
Nach dem Studium gründet er mehrere Bands („The Bureks“, „Crossroad“) und befasst sich wieder mit Theater und Kabarett, unter anderem als Kompositeur und Bühnenmusiker für „Theater ASOU“ und die Gruppe „Kernölamazonen“.
Der bisherige musikalische Höhepunkt war sein Personale im Grazer Dom anlässlich „Graz Kulturhauptstadt 2003“.

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